Max's Blog

Religion: Red Bull

Wenn Religion Opium für’s Volk ist, dann ist Koffein die Religion, der gemeinen Person. Alle kommen sie zusammen, Arme, Reiche, Dilettanten, ohne sich zu zanken. Die Sinne sind geschärft, das Herz schlägt wie wild, zwei Tassen Espresso, lieber stark als mild. Woran können wir glauben? Was gibt uns noch Kraft? Die Wärme der Bohne, auf sie ist Verlass. Trüb sind die Tage, das Dunkel der Nacht, welch‘ eine Plage, die in mir erwacht. D’rum schütt‘ ich ihn runter, ich will den Effekt, den Booster, den Blaster, egal wie er schmeckt. Fokussiert und geladen, fahr nur auf Sicht, ein göttlicher Funke, in mein’m Gesicht. Der strahlende Felix, steigt vom Himmel hinab, schließ dich an, die Zeit wird knapp. Nehme ’nen Schluck, damit ich klar seh‘ prickelnder Genuss, die Macht von RB. Woran kann ich glauben? Wovon bin ich überzeugt? Der Gedanke des Fortschritts, ist in mir gekeimt; zwei Menschen ganz nah, ihre Körper vereint.  

5 Dinge, die ich gern mit 18 gewusst hätte

Als Menschen verändern wir uns ständig. Persönlichkeit ist das Resultat unseres Verhaltens, über viele Monate hinweg. „Human beings are works in progress, that mistakenly think they’re finished.“ – Daniel Gilbert Der einzige Tag, an dem wir wirklich etwas ausrichten können, ist heute. Alle Personen und Dinge, die uns wichtig sind und uns vermutlich noch in 10-15 Jahren umgeben, verdienen höchste Beachtung und Pflege. Die Menschen beschäftigen sich die meiste Zeit mit sich selbst. Es ist egal, was andere von einem denken, weil ihre Meinung von einer Person lediglich der Ordnung in ihrem Gehirn dient. Außerdem ist es unmöglich, alle Wünsche, Gefühle und Erfahrungen von jemandem nachzuvollziehen. Damit kann jede Person einzig sinnvoll für sich selbst entscheiden. In der romantischen Liebe dehnen wir unser Eigeninteresse aus. Ein anderer Mensch wird so wichtig, dass er unser Wohlbefinden beeinflusst. Deswegen liegt uns das Wohl dieser Person, ebenso am Herzen.

Experimentieren

Jim experimentiert mit dem Leben. Er stellt Annahmen auf. Was ist, wenn er falsch liegt? Oft missglücken seine Experimente, obwohl er sie penibel durchführt. Unabhängig vom Ausgang, beobachtet und notiert Jim alle Gegebenheiten. An Algebra ist er krachend gescheitert. Sein Kopf denkt in analytischen Fragen langsam und unkonzentriert, wie ein Spaziergänger im Wald. Sowohl bei den Experimenten, als auch bei der Beobachtung und der Erklärung kann Jim auf enge Freunde zählen. Sie erkennen Einzelheiten, die ihm verborgen blieben und spüren, was er spürt. Neben ihrer Fähigkeit zu beobachten, stehen Erfahrungen, durch gescheiterte Versuche und passende Erklärungen. Trotzdem trifft Jim falsche Entscheidungen. Er kommt von einer Idee ab oder macht Fehler. Seine Selbst-Beobachtung wird von Wut und Scham getrübt. Er ist Schuld. … Später trifft Jim auf seinen Freund. Die Anwesenheit Dan’s beruhigt ihn. Er braucht seine Nähe und seine Wärme. Jim’s Bedenken, er könnte dem Gemüt Dan’s zur Last fallen, lösen sich auf. Ihm tritt Fürsorge entgegen. Durch eigene Erfahrungen, weiß Dan, was jetzt hilft. Trotzdem ist er nie berechnend. Sein aufrichtiges Mitgefühl, gleicht einer beständigen Umarmung. Damit schaffen sie die Grundlage, um zu beobachten. Ganz ohne Wut und ohne Scham.  

Ich war in Rom

Kulinarisch Besonders ist mir Pasta „Cacio e pepe“ als klassich-römisches Gericht in Erinnerung geblieben. Dazu denke ich pausenlos an das Tiramisu aus dem „Tonnarello“ in Rom. Wie in meinem Newsletter berichtet bestellt man, anders als ich, am Besten „[Katschio ä pepe]“. Der „[Kakio]“ ist nämlich der Teufel. Zurück zum Tonnarello: In diesem beliebten Restaurant im Stadtteil „Trastevere“ haben wir hervorragend gegessen. Besonders empfehlenswert finde ich, die oben genannten Gerichte, Pasta mit Pinienkern-Pesto und einem weiteren römischen Gericht: Gebackenen Artischocken. Außerdem haben wir im Studentenviertel “San Lorenzo“ in der „Osteria Pesce e Fritto e baccala“ sehr gut gegessen und wurden freundlich bedient (genauso wie im Tonnarello). Ein klassisches römisches Frühstück ist eher süß, z.B. ein Hörnchen, mit leckerem Espresso (in Italien: „Caffe“). Generell ist die Espresso-Kultur sehr spannend. In einer der zahlreichen Kaffee-Bars trinkt man den „Caffe“ im Stehen und zahlt dabei maximal einen Euro. Sehenswürdigkeiten Mein persönliches Highlight war der „Trevi-Brunnen“. Um große Touristenströme zu umgehen, haben wir ihn abends (nach 12 Uhr) besucht. Dort übte er auf mich eine beruhigende Stimmung aus, die augenscheinlich auch die anderen Besucher:innen spürten (aber wirklich nur nachts (!), tagsüber bleibt diese aufgrund der vielen Gäste komplett aus). Außerdem gibt es an vielen Orten kleine Autos, mit Pedalen und Elektroantrieb. Die Miete kostet zwischen 10-15€ pro Stunde. Gerade an heißeren Tagen ist die Fahrt im Schatten eine willkommene Alternative und macht sogar Spaß. Zuletzt war ich in den „vatikanischen Museen“, die eine unglaubliche Anzahl an Exponaten ausstellen (z.B. ägyptische Statuen, römisch-griechische Funde, aber auch zeitgenössische Kunst). Um alles wirklich zu betrachten bräuchte man vermutlich drei Tage. Vielleicht kann ein Guide, der eigene Schwerpunkte legt eine interessante Tour anbieten. Fazit Ich liebe italienisches Essen jetzt noch mehr. Dazu macht es großen Spaß Rom zu erkunden (z.B. mit einem E-Scooter), weil man sich fühlt wie in einem riesigen, sehr lebendigen Architektur-Museum.   Allen die selbst nach Rom reisen, kann ich die „Reisen reisen“-Podcast Folge „Rom“ empfehlen.  

Empfinden

Nichts wagen oder nichts zu sagen? Nichts zu verlieren! Alles riskieren. Hörst du? tonlos, lautlos lieblos, grundlos Leise, ohne Aufsehen Menschen berühren Fremdes und Bekanntes resoniert im Gefühl Gemeinsam empfinden bedeutet verstehen.  

Bildung und Bildungsideale

Zuletzt kreisen meine Gedanken immer wieder um einen Gedanken, bei dem mir die Urheber:in entfallen ist. „Nur solches Wissen, das uns zu besseren Menschen macht, ist von Bedeutung.“ Auch im Humboldtschen Bildungsideal werden ähnliche Ideen formuliert. Dabei führt er die Vorstellung von „Weltbürgern“ an, die „so viel Welt, als möglich, in die eigene Person verwandeln“ sollen. Dies erreicht man nach Humboldt, durch eine Auseinandersetzung mit Fragen der Gerechtigkeit, mit dem Austausch der Kulturen und indem man sich um bessere Geschlechterverhältnisse und eine andere Beziehung zur Natur bemüht. Für die Realisierung, sieht er die Unabhängigkeit der Universitäten von wirtschaftlichen und berufsbezogenen Interessen als Voraussetzung an. Das scheint seit der Bologna-Reform utopisch. Auf jeden Fall lüften neue Erkenntnisse kurzzeitig den Schleier der Unwissenheit; während sie uns gleichermaßen bewusst machen, wie unterschiedlich Menschen und ihre Interessen sein können.  

Asia Hung

Oh Asia Hung alles, was ich am Bahnhof begehre frisches Gemüse; ganz ohne Schwere. Und bin ich gestresst oder will nichts versäumen dann bringt mich die Rolle des Frühlings zum träumen. Oh Asia Hung deine Nudeln und Sauce so reich und voll Glanz ich rotiere die Gabel sie bittet zum Tanz. Doch eins ist mir heilig so knusprig und heiß der Tofu so seidig gebettet ganz weich. Was kann noch fehlen grün und bald reif Edamame zum Schälen im salzigen Kleid.  

8 Stunden „was wir wollen“

Durch „Wohlstand der Nationen“ dem Klassiker von Adam Smith und „Nichts tun“ von Jenny Odell, denke ich in letzter Zeit viel über unsere Arbeitswelt nach. Dabei bin ich auf einen Slogan von Robert Owen gestoßen: „8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Ruhe und 8 Stunden für was wir wollen.“ Damals bezog sich diese Forderung vor Allem auf die Senkung der horrenden Arbeitszeiten. Diese betrugen teilweise 13-14 Stunden. Bei den Stunden, die die Menschen zur freien Verfügung haben, können sie selbst entscheiden, was sie machen, sie können aber auch nichts tun. Eine mögliche Verwendung für diese „was wir wollen“-Zeit bietet Benjamin Hardy. Er versucht mindestens 60% seiner freien Zeit mit dem Lernen zu verbringen.  

Mach einfach irgendwas

Wir erreichen erst wirklich gute Dinge, nachdem wir angefangen haben. Dafür ist es unausweichlich, sich täglich zu überlegen, was man genau machen will und dann anzufangen. Wenn wir Glück haben entsteht daraus, nach und nach, etwas Vorzeigbares. “Wirf alle Ambitionen weg, bis auf die, deine tägliche Arbeit gut zu verrichten. Die Reisenden auf dem Weg zum Erfolg leben in der Gegenwart, ohne einen Gedanken an Morgen zu verschwenden. Lebe weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft, aber widme dich mit voller Energie deiner täglichen Arbeit und erreiche deine größten Zielen.“ – William Osler Mit dieser Vorgehensweise ist es möglich, dass wir uns verrennen. Vielleicht verlieren wir viel Zeit und Geld. So oder so, müssen wir danach wieder von Neuem anfangen. Im besten Fall, haben wir, mit der Zeit, etwas großartiges geschaffen. Dieser Ansatz „einfach irgendwas zu machen“ birgt, je nach den eingesetzten Ressourcen, ein gewisses Risiko. Gleichzeitig kann er der Anfang von einer langen Reise sein.  

Nichts tun

Wir können zum Beispiel Zuschauen, wie Vögel in einem Vogelhäuschen verschwinden. Oder ihnen einfach beim Singen zuhören. Diese Arten von Beschäftigungen bringen uns keinen produktiven Nutzen. Wir können sie als Medikament gegen die „Fomo“, also die „Fear of missing out“ (dt.: Angst davor, etwas zu verpassen) verstehen. Noch weiter geht Jenny Odell in ihrem Buch „How to do nothing“ (dt.: „nichts tun“). Sie spricht sich für eine „No(s)mo“ („Necessity of (sometimes) missing out“; dt.: „Notwendigkeit (manchmal) etwas zu verpassen“) aus. Dies ist eine bewusste Entscheidung gegen ständige Produktivität, einfach weil es gut tut, einmal nichts zu tun. „Selbstfürsorge ist keine Frage von Selbstgefälligkeit, sondern selbst erhaltend und Teil eines politischen Kampfes.“ – Audrey Lord Während unnützer Beschäftigungen, wie dem Beobachten von Vögeln, merken wir, dass wir am Leben und real sind.