Max's Blog

Witze schreiben

Alle die meinem Blog und Newsletter folgen, werden bemerkt haben, dass ich mich viel mit Comedy beschäftige. Hier sind einige Dinge, die von Seinfeld, Mark Normand und Ricky Gervais über ihren Schreibprozess gehört habe: Am Anfang steht die Frage „Was finde ich witzig“? Jerry Seinfeld trennt seinen Schreibprozess in zwei unterschiedliche Phasen: In der ersten Phase erlaubt er sich frei zu spielen und bringt seine Ideen intuitiv und ohne Filter auf’s Papier. Dabei behandelt er sich wie ein Baby, indem er alles tun darf und sich dabei noch ermutigt. In der zweiten Phase nimmt er die Rolle eines strengen Kontrolleurs ein. Jetzt prüft er jede Zeile genau. Dabei streicht er Wörter, verändert Silben und ist hart und ehrlich zu sich selbst. Mark Normand führt sich seine witzigen Ideen immer wieder vor Augen. Irgendwann fühlt sich sein Gehirn schrecklich, weil alles so unvollständig ist. Dadurch ist es angespornt, den „Code zu knacken“, um den Witz zu vervollständigen. Ricky Gervais hebt Ehrlichkeit und Wahrheit für gute Geschichten hervor (Make the ordinary extraordinary).

Unruhe

Manchmal bin ich so unruhig, dass ich kaum schreiben kann. Dann verläuft fast jede Idee im Sand. Also lässt man den Plan los. Die Erwartungen sind sowieso oft ein bisschen anders, als das Leben. Nur etwas anderes sollte man finden, um die eigene Energie sinnvoll zu nutzen. Oft bastele ich dann Collagen oder andere Dinge. Viel wichtiger ist mir aber die Herangehensweise. Ich halte es mit Thoreau: „Nicht eine Minute herrscht Waffenstillstand zwischen Tugend und Laster. Nur die Güte ist eine sichere Kapitalanlage.“  

10 Gründe, warum ich einem kreativen Hobby nachgehe

Ich teile Dinge, die mir (und vielleicht auch anderen) Freude bereiten. Spielen! Mit Wörtern, Materialien und Ideen. Ich höre meiner Umgebung, der Natur und meinen Mitmenschen besser zu. Ich erforsche meine Gedanken und finde heraus, was ich zu sagen habe (immer wieder auf’s Neue). Man kann selbst etwas schaffen, das neu und interessant ist (oder irgendetwas dazwischen – wie mein „Asia Hung“-Gedicht). Manchmal berühren die Texte oder Ideen Menschen und lassen sie fühlen. Wenn ich etwas weitergebe, dann lerne ich mehr. Indem wir andere einladen, mit uns zu staunen, staunen (und lernen) wir selbst mehr. 8. Meine Bedürfnisse werden klarer, weil ich mir besser zuhöre. 9. Ich habe meistens Spaß, während ich schreibe, bastele und überlege. 10. … etwas, dass ich erst rückblickend (vielleicht in einigen Jahren) als guten Grund erkennen werde.  

Rechne damit, nicht voranzukommen

Setz dich hin und mache deine Arbeit. Stehe nicht auf. Reche damit, nicht voranzukommen. Es kann dauern, bis du etwas gemacht hast, was du magst. An einigen Tagen wir es dir leichter fallen. Du wirst auf strukturierte Ideen kommen und zufrieden mit deiner Arbeit sein. An anderen Tagen wirst du länger überlegen müssen und dich ablenken. Wie auch immer deine Arbeit lief, unterbreche sie am Ende des Tages, komme am nächsten Tag wieder, setze dich hin und rechne damit, nicht voranzukommen.  

Schreibe, was du magst

Diese Idee führt mich zu meinen persönlichen Lieblingstexten. Manchmal wollen wir zu Allem, was wir wissen, etwas schreiben. Dabei fehlt mir das letzte Quäntchen Freude, was ich bei anderen Themen deutlich spüre. Dieses kommt uns selbst zu Gute, indem wir über die Dinge nachdenken, die wir mögen. Und auch die Leser:innen spüren die Empfindungen der Autor:in beim Schreiben. Wodurch dieser Transfer zustande kommt, weiß ich nicht. Es ist, als füllte sich ein kleiner Bach zunehmend mit klarem Wasser, während er rauschend durch bunte Talwiesen fließt. Während verkrampftes Schreiben, bei dem lediglich Fakten präsentiert werden, den Fluss austrocknet, wächst er bei freudigem Schreiben auf prächtige Größe.  

Empfinden

Nichts wagen oder nichts zu sagen? Nichts zu verlieren! Alles riskieren. Hörst du? tonlos, lautlos lieblos, grundlos Leise, ohne Aufsehen Menschen berühren Fremdes und Bekanntes resoniert im Gefühl Gemeinsam empfinden bedeutet verstehen.  

Asia Hung

Oh Asia Hung alles, was ich am Bahnhof begehre frisches Gemüse; ganz ohne Schwere. Und bin ich gestresst oder will nichts versäumen dann bringt mich die Rolle des Frühlings zum träumen. Oh Asia Hung deine Nudeln und Sauce so reich und voll Glanz ich rotiere die Gabel sie bittet zum Tanz. Doch eins ist mir heilig so knusprig und heiß der Tofu so seidig gebettet ganz weich. Was kann noch fehlen grün und bald reif Edamame zum Schälen im salzigen Kleid.  

Das Wunderbare am Schreiben

Während des Schreibens erkunde ich meine Gedanken und reflektiere über Dinge, die ich liebe. Klarheit Meine Gedanken gleichen einem dunklen, dicht bewachsenen Wald. Mit dem Schreiben bahne ich mir einen Weg hindurch. Und täglich werden die Wege etwas breiter und begehbarer. Fokussierung Durch eine Frage („Was war das Beste, das gestern passiert ist?“), lenke ich meine Gedanken vor dem Schreiben auf Positives. Wie Barbara Fredrickson in „Die Macht der guten Gefühle“ beschreibt, erweitern wir damit unser Denken. Dadurch erkennen wir Zusammenhänge, bilden Assoziationen und können kreativ werden. Fazit Das Schreiben verhilft mir zu einer besseren Sicht auf meine Gedanken. Diese schärft sich durch tägliche Wiederholung. Mit einer Form der positiven Reflektion erweitere ich meine Gedanken. Das eröffnet dem Gehirn neue Pfade, auf denen es kreativ werden kann.  

5 Tipps für Schreibende

Der wichtigste Tipp vorne weg: Wenn wir gut schreiben wollen, dann müssen wir gut lesen. Das ist die wahrscheinlich wichtigste und meist zitierte Regel für Schreibende. Nun zu den Tipps, bei denen es mehr um den Schreibprozess gehen soll. 1. Texte wiederholt lesen und Muster erkennen Mir hilft es, alte Tagebucheinträge nochmal zu lesen. Dabei werden die Gedanken sichtbar, die mir immer wieder durch den Kopf gehen und wirklich interessieren (Mein Schreibsystem mit Notizbüchern). 2. Fragen an’s Thema stellen Zuerst lege ich das Thema (& meistens auch den Titel) fest. Oft tauchen danach viele Fragen auf. Diese dienen, mir sowie den Leser:innen, als Wegweiser durch den Text. Meistens streiche ich die Fragen nach der Beantwortung. 3. Eine Idee oder ein Zitat als Ausgangspunkt Besonders gerne verknüpfe ich meine Gedanken und Erfahrungen, mit besonderen Zitaten oder Ideen. (Gedanken aus „Walden“ und wie sie mich verändert haben). Auch dabei widme ich mich nur Textstellen, die mir immer wieder durch den Kopf gehen. 4. Natur-Metaphern und Vergleiche Je mehr ich mich mit Poesie und Gedichten befasse, desto wichtiger werden mir bunte und bildliche Vergleiche. Wie gut sich dafür die Natur eignet, illustriert „Walden“ wunderbar. 5. Küss‘ die Muse Wenn mir beim Tagebuch schreiben Ideen für Texte kommen, dann folge ich ihnen. Auch wenn ich gerade etwas anderes geschrieben habe; von da an erwidere ich den Kuss der Muse.  

Ein ernstes Sonnengedicht

Zuletzt bin ich in einer Gedichtesammlung (die ich zur Zeit beim Frühstück lese) auf „Nicht müde werden“ von Hilde Domin gestoßen. Das Gedicht ist sehr untypisch, was mir sehr gut gefällt. Zudem war Hilde Domin eine unendlich interessante Person. Also habe ich die Muße, die mir der Sommer gewährt, für ein eigenes kleines Gedicht genutzt. Ein ernstes Sonnengedicht Sie begrüßt uns am Morgen und ist nie ganz fern vertreibt uns die Sorgen lässt reifen die Beer’n Wie lang wird’s noch dauern bis sie nicht mehr ist? verzagen und trauern im dunklen Mist Sie hält uns am Leben im wärmenden Schoß beschenkt den Planeten macht Wasser zu Moos