5 Tipps für Schreibende

Der wichtigste Tipp vorne weg: Wenn wir gut schreiben wollen, dann müssen wir gut lesen. Das ist die wahrscheinlich wichtigste und meist zitierte Regel für Schreibende. Nun zu den Tipps, bei denen es mehr um den Schreibprozess gehen soll.

1. Texte wiederholt lesen und Muster erkennen

Mir hilft es, alte Tagebucheinträge nochmal zu lesen. Dabei werden die Gedanken sichtbar, die mir immer wieder durch den Kopf gehen und wirklich interessieren (Mein Schreibsystem mit Notizbüchern).

2. Fragen an’s Thema stellen

Zuerst lege ich das Thema (& meistens auch den Titel) fest. Oft tauchen danach viele Fragen auf. Diese dienen, mir sowie den Leser:innen, als Wegweiser durch den Text. Meistens streiche ich die Fragen nach der Beantwortung.

3. Eine Idee oder ein Zitat als Ausgangspunkt

Besonders gerne verknüpfe ich meine Gedanken und Erfahrungen, mit besonderen Zitaten oder Ideen. (Gedanken aus „Walden“ und wie sie mich verändert haben). Auch dabei widme ich mich nur Textstellen, die mir immer wieder durch den Kopf gehen.

4. Natur-Metaphern und Vergleiche

Je mehr ich mich mit Poesie und Gedichten befasse, desto wichtiger werden mir bunte und bildliche Vergleiche. Wie gut sich dafür die Natur eignet, illustriert „Walden“ wunderbar.

5. Küss‘ die Muse

Wenn mir beim Tagebuch schreiben Ideen für Texte kommen, dann folge ich ihnen. Auch wenn ich gerade etwas anderes geschrieben habe; von da an erwidere ich den Kuss der Muse.


 

Ablenkungen und Weitsicht

„Alles, was wir nur über eine kurze Zeitspanne hinweg tun wollen, ist eine Ablenkung.“

Dieses Zitat schwirrte mir in den letzten Wochen immer wieder im Kopf herum. In eine ähnliche Richtung gehen Fried & Hansson in ihrem Buch ReWork. Sie beziehen sich auf eine Unternehmensgründung, bei der schon zu Beginn, auf einen zeitnahen Ausstieg und Verkauf spekuliert wird. Diese Idee mache Wille, Freude und Engagement zunichte.

Wenn man voraussetzt, dass wir Ablenkungen vermeiden wollen, dann sollten wir uns Aktivitäten widmen, die wir sehr lange tun können und tun wollen. So wird sich ein Spaziergänger Lebtags an Spaziergängen erfreuen können. Genauso kann eine Biolog:in, solange sie, sehen, denken und fühlen kann, ihre Experimente fortsetzen.

Aber was, wenn ein Spaziergänger nicht mehr laufen oder eine Biolog:in nicht mehr sehen kann? Dann muss sich die Aktivität entsprechend verändern (wobei sie im Kern gleich bleiben kann). Dies zeigt sich zum Beispiel bei Eltern, die gut zwei Jahrzehnte intensiv mit der Erziehung ihrer Kinder beschäftigt sind, bis sich ihre Aufgaben stark verändern, die Eltern aber trotzdem Eltern bleiben.


 

Die Taube: Ein edles Tier

Die Stadttaube hat einen grotesk schlechten Ruf. Aber irgendetwas muss sie doch können.
Wie hat sie es geschafft, Picasso zu inspirieren? Was ist das Beste und Schönste, was Tauben vollbringen?

Die Aufzucht der Küken

Nach der Geburt werden die ungeschützten Baby-Tauben mit feinster Kropf-Milch gefüttert und von ihren Eltern wortwörtlich unter ihre Fittiche genommen. Während andere Vogelarten Fleisch erbeuten müssen, produziert die Taube das Eiweiß für die Jungen selbst.

Picasso und die Tauben

Picasso studierte Tauben schon als kleines Kind, da sein Vater eine Taubenzucht besaß. Seine Liebe zu den Tauben hielt zeitlebens an. So hielt er Tauben in seinem Atelier und ließ sie immer wieder Teil seiner Werke werden. Sogar bis auf’s Plakat des Weltfriedenkongresses hat es die Taube geschafft.

Ehe und Elternschaft der Taube

Die Stadttaube lebt hauptsächlich in monogamen Beziehungen. Zudem ziehen die Eltern die Kinder gemeinsam auf. Solange, bis sie selbst fliegen lernen (also immerhin 30 Tage lang).

Fazit

Auch wenn eine Stadttaube im Jahr über 10kg Kot verlieren kann, ist sie ein edles Tier. Sie kümmert sich liebevoll um ihre Jungen, lebt in harmonischer Zweisamkeit und ist ein Symbol für den Frieden in der Welt.


 

5 Gedanken aus Thoreau’s „Walden“

… und wie sie mich verändert haben. (Teil 2)

1. „Nicht eine Minute herrscht Waffenstillstand zwischen Tugend und Laster. Nur die Güte ist eine sichere Kapitalsanlage.

1. Wir werden immer wieder gemäß unseren Überzeugungen und entgegen unseren Überzeugungen handeln. – Deswegen strebe ich an, meinen Handlungen gegenüber, so gütig wie ein Vater zu seinen Kindern zu sein.

2. „Nach einer stillen Winternacht erwachte ich mit dem Gefühl, es sei mir eine Frage gestellt worden, die ich im Schlaf vergeblich zu beantworten gesucht hatte. Eine Frage nach dem Was und Wie, dem Wann & Wo. Aber da sah die Natur, in der alle Geschöpfe leben, mit heiterem, zufriedenem Gesicht zu meinem Fenster herein, und auf ihren Lippen lag keine Frage. Ich erwachte zur Natur und zum Tageslicht, und die Frage war beantwortet.

2. Wer sich warm und tröstend von der Natur umarmen lässt, wie von einer Mutter, der findet keinen Platz zum Grübeln. – Wenn ich die Natur beobachte und zulassen, dass sie mich berührt, dann wird es mir besser gehen.

3. „Warum verbringen wir denn unsere Tage damit, Versäumtes nachzuholen und das unsere Pflicht zu nennen? Wir wandeln noch im Winter, wenn schon längst Frühling ist.

3. Dinge die in der Vergangenheit liegen, sind vergangen. Einzig das Licht des neuen Tages schenkt uns die Gelegenheit, etwas Neues zu schaffen. – Ich konzentriere mich mehr auf das was heute anliegt und versuche den Ballast von gestern abzuwerfen.

4. „Wenn du auch Luftschlösser baust, braucht deine Arbeit nicht umsonst zu sein; die Schlösser gehören in die Luft, du aber errichtest die Fundamente darunter.“

4. Wir können und sollten uns wunderbare Träume ausmalen; dann aber gilt es, tagtäglich kleine Schritte in diese Richtung zu gehen. – Ich erinnere mich an den Wert des Träumens. Und gleichzeitig daran, dass die Erfüllung einer Grundlage bedarf, die in täglicher Arbeit besteht.

5. „Wer nicht mit seinen Gefährten Schritt hält, hört vielleicht einen anderen Trommler. Lasst ihn nur nach der Musik marschieren, die er hört, welchen Takt sie haben mag und wie fern sie ist. Es ist nicht wichtig, dass ein Mensch so schnell reift wie ein Apfelbaum oder eine Eiche. Soll er seinen Frühling in Sommer verwandeln?“

5. Jede Person hat ihr eigenes Tempo und selbiges ist genau richtig für sie. – Ich beruhige mich mit dieser Idee, gerade wenn negative Gedanken auftreten.


 

5 Gedanken aus Thoreau’s „Walden“

… und wie sie mich verändert haben. (Teil 1)

1. „Ich würde niemals so viel von mir selbst reden, gäbe es irgendeinen Menschen, der mir ebenso gut bekannt wäre.“

1. Wir sind die Person, mit der wir am meisten Zeit verbringen. Deswegen kennen wir uns selbst sehr gut. Allein wir wissen, was gut für uns ist und was wir brauchen, um zu wachsen und zu gedeihen.

2. „Wer nicht glaubt, dass jeder Tag eine frühere, heiligere Stunde hat, die heller vom Morgenrot durchglüht ist, als die, die er schon entweihte, der ist am Leben verzweifelt, und sein Pfad führt abwärts. […] Alles Große geschieht früh und im Morgenlicht.“

2. Morgens habe ich die Möglichkeit ohne äußere Einflüsse meine Gedanken sichtbar zu machen. Hier ist meine Seele noch unbeschwert und fliegt frei umher.

3. „Schenkten wir nur dem Aufmerksamkeit, was unumgänglich ist und ein Recht auf Existenz hat, Musik und Dichtung würden durch die Straßen schallen. Sind wir weise & bedächtig, so erkennen wir, dass nur Großes, Würdiges ewige und unbedingte Dauer hat, kleine Freuden und kleine Sorgen aber sind nur Schatten der Wirklichkeit.“

3. „Kleine Sorgen und kleine Freuden sind nur Schatten der Wirklichkeit.“ Was wirklich zählt ist viel größer. Musik, Dichtung und andere Künste sind das, was unser Leben aufblühen lässt und einzigartig macht.

4. „Man muss Bücher ebenso gesammelt und wohlbedacht lesen, wie sie geschrieben wurden.“

4. Dieses Zitat hat mich an etwas erinnert, das mir schon lange wichtig ist, was ich aber oft vergesse: Um die prächtigen Gedankengebäude von manchen Büchern zu verstehen, muss ich besser lesen können. Dies hat mich zum Buch „Wie man ein Buch liest“ von Mortimer & van Doren geführt.

5. „Selten habe ich einen Mitmenschen von so vielversprechenden Anlagen getroffen. Alles, was er sagte, war ganz einfach, aufrichtig und wahr. Und er war wahrlich in dem Maße erhöht, als er sich selbst erniedrigte.“

5. Was für mich die wahre Schönheit von Worten ausmacht, ist Wahrheit, Aufrichtigkeit und Einfachheit. Deswegen will ich jede Ausschmückung und Verschnörkelung meiner Worte umgehen und stattdessen meine Worte so einfach und klar wie möglich wählen.


 

Ein erfülltes Leben

Das Leben fühlt sich länger an, wenn wir es richtig auskosten.
Was bedeutet das für mich?

Sport

Ich bin überzeugt davon, dass das Leben länger und gerade im Alter angenehmer wird, wenn der Mensch regelmäßig Sport treibt.

Erfahrungen & Menschen

Zudem sind Naturerlebnisse und Gespräche oder Unternehmungen mit guten Freund:innen ein wichtiger Bestandteil des Daseins. Genauso wichtig sind aber auch viele verschiedene Arten an sozialen Kontakten. Darin findet sich oft das Gefühl der Liebe wieder.

Romantische Liebe

Eine Partnerschaft ermöglicht uns ein Maß an Vertrautheit und Liebe, welches wir sonst kaum erleben könnten.

Arbeit

Einen weiteren wichtigen Teil unseres Lebens nimmt die Arbeit ein. Bei ihr bin ich mir zweierlei Dinge bewusst:

  1. Jeder Mensch ist am wertvollsten, wenn er das tut, was er am Besten kann. Dadurch wird er darin noch besser und leistet einen immer größeren Beitrag.
  2. Es ist von Vorteil, wenn wir uns für den „Gegenstand, dem wir Wert hinzufügen“ (vgl. Smith in Wohlstand der Nationen) interessieren.

 

8 Stunden „was wir wollen“

Durch „Wohlstand der Nationen“ dem Klassiker von Adam Smith und „Nichts tun“ von Jenny Odell, denke ich in letzter Zeit viel über unsere Arbeitswelt nach.

Dabei bin ich auf einen Slogan von Robert Owen gestoßen:

„8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Ruhe und 8 Stunden für was wir wollen.“

Damals bezog sich diese Forderung vor Allem auf die Senkung der horrenden Arbeitszeiten. Diese betrugen teilweise 13-14 Stunden. Bei den Stunden, die die Menschen zur freien Verfügung haben, können sie selbst entscheiden, was sie machen, sie können aber auch nichts tun.

Eine mögliche Verwendung für diese „was wir wollen“-Zeit bietet Benjamin Hardy. Er versucht mindestens 60% seiner freien Zeit mit dem Lernen zu verbringen.


 

Mach einfach irgendwas

Wir erreichen erst wirklich gute Dinge, nachdem wir angefangen haben. Dafür ist es unausweichlich, sich täglich zu überlegen, was man genau machen will und dann anzufangen. Wenn wir Glück haben entsteht daraus, nach und nach, etwas Vorzeigbares.

“Wirf alle Ambitionen weg, bis auf die, deine tägliche Arbeit gut zu verrichten. Die Reisenden auf dem Weg zum Erfolg leben in der Gegenwart, ohne einen Gedanken an Morgen zu verschwenden. Lebe weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft, aber widme dich mit voller Energie deiner täglichen Arbeit und erreiche deine größten Zielen.“ – William Osler

Mit dieser Vorgehensweise ist es möglich, dass wir uns verrennen. Vielleicht verlieren wir viel Zeit und Geld. So oder so, müssen wir danach wieder von Neuem anfangen.

Im besten Fall, haben wir, mit der Zeit, etwas großartiges geschaffen. Dieser Ansatz „einfach irgendwas zu machen“ birgt, je nach den eingesetzten Ressourcen, ein gewisses Risiko. Gleichzeitig kann er der Anfang von einer langen Reise sein.


 

Nichts tun

Wir können zum Beispiel Zuschauen, wie Vögel in einem Vogelhäuschen verschwinden. Oder ihnen einfach beim Singen zuhören. Diese Arten von Beschäftigungen bringen uns keinen produktiven Nutzen.

Wir können sie als Medikament gegen die „Fomo“, also die „Fear of missing out“ (dt.: Angst davor, etwas zu verpassen) verstehen. Noch weiter geht Jenny Odell in ihrem Buch „How to do nothing“ (dt.: „nichts tun“). Sie spricht sich für eine „No(s)mo“ („Necessity of (sometimes) missing out“; dt.: „Notwendigkeit (manchmal) etwas zu verpassen“) aus. Dies ist eine bewusste Entscheidung gegen ständige Produktivität, einfach weil es gut tut, einmal nichts zu tun.

„Selbstfürsorge ist keine Frage von Selbstgefälligkeit, sondern selbst erhaltend und Teil eines politischen Kampfes.“ – Audrey Lord

Während unnützer Beschäftigungen, wie dem Beobachten von Vögeln, merken wir, dass wir am Leben und real sind.


 

Der Wert unserer Arbeit

Wir alle beeinflussen unser Umfeld und alles das, was wir berühren. Wenn wir diese Dinge bewegen, dann verrichten wir Arbeit.

Rein physikalisch ist die „Arbeit gleich Kraft mal Weg“. Das heißt, wenn wir etwas sehr weit bewegen oder wenn wir sehr viel Kraft aufwenden, ist der Wert unserer Arbeit groß.

Gleichwohl ist es schwierig, eine bestimmte Kraft über einen langen Weg aufrecht zu erhalten. Auf jeder langen Reise kommt es zu Hindernisse und Schwierigkeiten. Diese wirken sich auf unsere Kräfte aus. Manchmal sind wir kaum in der Lage, überhaupt etwas zu bewegen.

Dann kann es Zeit sein, eine Pause einzulegen.


 

Die Welt in Zeilen

Durch ihre kurze und komprimierte Form, sind Gedichte sehr gehaltvoll. Außerdem beschreiben sie die Schönheit der Natur, die uns ohnehin ein Leben lang in Staunen versetzt. Andersherum werden Gefühle und Werte durch Natur-Metaphern verdeutlicht. Diese blumige Sprache hilft der Leser:in, ihre Gefühle und Gedanken über die Welt in einem anderen Licht zu sehen.

„Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.“ – Hilde Domin

Dieses kurze Gedicht vereint diese Komponenten auf eine wunderschöne Art und Weise. Dabei wird der Wert Offenheit (für Wunder) mit der Metapher eines Vogels beschrieben, dem man „leise die Hand hinhalten“ sollte. Zudem können wir dem Wunder nur leise die Hand hinhalten; wir können es also nicht greifen und festhalten. Das verdeutlicht, wie flüchtig angenehme Gefühle sind.

Mit Gedichten können wir anderen eine Freude bereiten und genauso können wir uns selbst an ihnen erfreuen. Durch neue Sichtweisen erweitern sie unser Denken und wir lesen sie freudvoll und mit Interesse. Außerdem können wir sie mit anderen teilen und ihnen so das Tor zu einem neuen Blickwinkel öffnen.


 

9 Ideen aus „Show Your Work“, die mein Denken verändert haben

Das Buch „Show Your Work“ von Austin Kleon ist ein New York Times Bestseller und gerade auch wegen der treffenden Grafiken und der Kürze, ein Meisterwerk.

Damit ihr euch das Buch jetzt gleich im Bücherladen um die Ecke kaufen wollt, habe ich 9 Ideen zusammengefasst, die mir besonders im Kopf geblieben sind. Das Buch habe ich Ende 2020 gelesen. Daraufhin hat es mich ermutigt, diesen Blog zu starten und eine Instagram-Seite für den WaschmaxX einzurichten.

1. Wie sich gute Ideen entwickeln

Jeder kennt das Klischee vom einsamen Genie, das im dunklen Zimmer über dem Schreibtisch brütet. Mit diesem Bild räumt Kleon auf, indem er „Vom Genius zum Szenius“ postuliert. Damit meint er, dass gute Ideen, Einfälle und Korrekturen immer vom Kollektiv angereichert werden. Deswegen ist eine eigene Szene so wichtig (& in Zeiten des Internets einfach zugänglich).

2. Finde heraus, was du zu sagen hast

„Ich startete meinen Blog nicht, weil ich etwas zu sagen hatte, sondern um herauszufinden, was ich zu sagen habe.“ – Austin Kleon

3. Teile deine Arbeit

Jeder postet bestimmt auch mal seinen Kaffee oder eine Pizza (was auch okay sein kann – siehe Punkt 4) online. Trotzdem sollte der Fokus auf dem Teilen der eigenen Arbeit liegen. Gerade weil nur eine begrenzte Anzahl der Leute ihre Arbeit online teilt, kann sie für Andere interessant sein.

4. Lade Leute ein, mit dir zu staunen

Ob es ein blühender Obstbaum, ein harmonischer Vers aus einem Gedicht oder eine riesige, knusprige Pizza ist. Zeige Menschen, worüber du staunst und lade sie ein, es dir gleich zu tun.

5. Finde deine Knuckleballer

Die Knuckleballer im Baseball sind eine besondere & sehr seltene Gruppe von Pitchern (Werfern). Während der Ball bei einem normalen Wurf rotiert, schaffen sie es, ihn komplett ohne Rotation zu werfen. Dadurch bekommt der Ball eine eigenartige Flugkurve, die für den Gegner nur schwer auszumachen ist. Da die Knuckleballer aber eine solch seltene Spezies sind, tun sie sich zusammen. Sie tauschen sich aus und geben sich Tipps. Wenn man seine Arbeit online teilt, werden Menschen auf einen zukommen, die sich für die Ideen interessieren und sich beteiligen. Diese solle man sich gut merken, da dies die eigenen Knuckleballer sein könnten.

6. Nützlich oder interessant?

Die eigenen Beiträge sollten, mindestens für eine Person, entweder nützlich oder interessant sein.

7. Werde nicht zum Spam

Bei diesem Punkt zeigt Kleon eine wunderbare Abbildung. Auf der linken Seite steht die Sammler:in. Diese Personen machen ihre Arbeit, aber niemand bekommt sie zu Gesicht. Auf der anderen Seite die Spammer:in, die fast ihr ganzes Leben online teilt. Die Menschen in der Mitte finden das richtige Maß. Auch durch die nächste Idee:

8. Teile täglich Kleinigkeiten

Dies zeigt den Leuten, woran man jetzt gerade arbeitet. Das kann viel interessanter sein, als die (Er)Zeugnisse, die bereits einige Jahre alt sind.  Das ist einer der Gründe, warum ich täglich blogge.

9. 90 % von Allem ist Mist

Das nimmt zum Einen den Druck: Nicht jede Idee muss sehr gut sein. Dennoch brauchen wir viele Ideen, um die eine Gute von den neun Schlechten zu unterscheiden.


 

Ein ernstes Sonnengedicht

Zuletzt bin ich in einer Gedichtesammlung (die ich zur Zeit beim Frühstück lese) auf „Nicht müde werden“ von Hilde Domin gestoßen.

Das Gedicht ist sehr untypisch, was mir sehr gut gefällt. Zudem war Hilde Domin eine unendlich interessante Person. Also habe ich die Muße, die mir der Sommer gewährt, für ein eigenes kleines Gedicht genutzt.

Ein ernstes Sonnengedicht

Sie begrüßt uns am Morgen
und ist nie ganz fern
vertreibt uns die Sorgen
lässt reifen die Beer’n

Wie lang wird’s noch dauern
bis sie nicht mehr ist?
verzagen und trauern
im dunklen Mist

Sie hält uns am Leben
im wärmenden Schoß
beschenkt den Planeten
macht Wasser zu Moos


Wach, klar und produktiv: Mit dem „ABC“ – Morgen

„Morgenstund hat Gold im Mund“, „der Morgen macht den Tag“ oder „Morgenfrühe gewährt ein Drittel immer vom Tagwerk.“ – Zum richtigen Morgen gibt es viele Aussprüche. Mir fällt es aber oft schwer diesen Prinzipien nachzukommen. Trotzdem möchte ich mich mehr in Richtung eines Morgenmenschen entwickeln, weshalb ich in letzter Zeit viel mit verschiedenen „Morgenroutinen“ experimentiert habe. Die einzelnen Aktivitäten die ich morgens gerne unternehmen möchte, sind: richtiges Aufwachen , ein bewusster Start in den Tag und das kreieren von Dingen. Dabei sollte die Morgenroutine leicht zu merken und bei Bedarf abwandelbar sein.

A – Aufwachen

Für mich ist es wichtig, dass ich wach und energiegeladen in den Tag starte. Auch wenn das ein Ideal ist, welches ich hin und wieder nicht erreiche. Eine kleine Übung, die etwa 60 Sekunden in Anspruch nimmt, hilft mir dabei. Um das Herz-Kreislauf-System anzukurbeln, führt man 5-15 Wiederholungen einer beliebigen Übung (ich kann Kniebeugen und (Knie-)Liegestütz empfehlen) durch. Danach dürfte man sich auf dem Weg ins Badezimmer schon deutlich wacher fühlen. Anschließend wasche ich meine Augen und mein Gesicht mit kaltem Wasser. Auch dabei wird die Durchblutung angeregt und der Körper aufgeweckt.

B – Bewusst werden

Diesen Teil beginne ich mit einem ausgiebigen Frühstück. Zudem habe ich mir ein Buch auf den Frühstückstisch gelegt (zur Zeit eine Gedichte-Sammlung), um etwas darin lesen zu können. Anschließend folgt, bevor ich mit Punkt C beginne, eine Meditation. Diese schafft Klarheit, Bewusstsein und hat viele andere positive Effekte.

C – Create

Danach beginne ich (nach zeitweiligem aufschieben) mit meinen Notizbüchern. Gerade dem Journaling über die eigenen Gedanken, Ziele und Erfahrungen, werden zahlreiche positive Effekte (insbesondere auf das Selbstsbewusstsein) zugeschrieben.

“Keeping a personal journal a daily in-depth analysis and evaluation of your experiences is a high-leverage activity that increases self-awareness and enhances all the endowments and the synergy among them.” – Stephen Covey

Nach dem Schreiben, wende ich mich oft einem Blog-Beitrag oder meinem Studium zu. Wichtig ist für mich einzig, dass ich in dieser Phase etwas kreiere. Das verschafft mir den Eindruck, produktiv zu sein und etwas zu schaffen.

Zusammenfassung

A – Aufwachen: Körper durch Übungen aktivieren, kaltes Wasser

B – Bewusst werden: Frühstück, Meditation

C – Create: Journaling, kreieren


 

Regelmäßig schreiben mit Notizbüchern

Für Autor:innen oder Blogger:innen ist es sehr wichtig, täglich zu schreiben. Aber gerade tägliches Schreiben kann sehr fordernd sein. Wie schafft man es also, eine Schreibroutine zu entwickeln und eine bessere Schreiber:in zu werden?

Der erste wichtige Schritt besteht aus aktivem (mit Stift und Papier) Lesen. So lautet ein berühmtes Zitat:

„Bücher entstehen aus Büchern.“

Und genauso entstehen Artikel, Texte und Arbeiten aus Büchern. Mit dem Lesen ist also der Grundstein gelegt.

Nun zum eigentlichen Schreiben. Ich verfolge zur Zeit den bekannten Ansatz aus dem Buch „The Artist’s Way“ von Julia Cameron, kombiniert mit einem „Logbuch“, in das ich interessante Notizen aus meinem Notizbuch übertrage.

Für die Erläuterung der Funktion zog Austin Kleon in seinem Beitrag „On keeping a logbook“ eine Wikipedia-Beschreibung aus der Schifffahrt heran. Das möchte ich auch tun, weil sie den Sinn und Zweck schön verdeutlicht:

„Ein Logbuch ist eine in der Seefahrt übliche Form der Aufzeichnung und Archivierung der […] zurückgelegten Fahrtstrecke sowie von täglichen Ereignissen und Vorgängen, ähnlich einem Tagebuch oder Protokoll.“

Danach beginne ich die Abwandlung der „Morgenseiten“. Diese bestehen nach Julia Cameron aus mindestens drei handgeschriebenen Seiten, die so ungefiltert wie möglich, direkt aus dem Kopf auf’s Papier gebracht werden sollten. Ich schreibe meistens eine bis zwei Seiten, manchmal aber auch drei oder vier. Wenn mir kaum etwas einfällt, dann versuche ich die Frage: „Was war das Beste, was gestern passiert ist?“ zu beantworten. Oft ergeben sich beim Schreiben dieser Zeilen neue Ideen und oft sogar rohe Blog-Beiträge.

Außerdem hat man durch diese Ansätze immer Material, welches man durchgehen kann. Außerdem hilft mir das Logbuch dabei, Muster in meinem Tag zu erkennen und zeigt mir, welches die Dinge waren die den Tag zu einem Besonderen gemacht haben.


 

Bücher, die ich zuletzt einfach zugeklappt und weggelegt habe (, auch wenn ich bei einigen zumindest bis zur Hälfte sehr angetan war).

Wie man mehr lesen kann

Bücher, die ich zuletzt einfach zugeklappt und weggelegt habe (, auch wenn ich bei einigen zumindest bis zur Hälfte sehr angetan war).

Alle, die regelmäßig lesen, stellten sich schon mal die Frage, wie sie mehr lesen können. In diesem Beitrag möchte ich mich vor Allem zwei Ansätzen zuwenden. Zum Einem dem Speedreading: Es leuchtet ein, dass man mit erhöhter Lesegeschwindigkeit mehr lesen kann. Aber ist dies dem eigentlichen Ziel des Lesens, nämlich mehr und besser zu verstehen, zuträglich? Außerdem will ich beleuchten, wie das vorzeitige Beenden von Büchern uns zu Viel-Lesern macht.

Warum Speedreading nur eingeschränkt funktioniert

Eine häufig empfohlene Methode ist die des Speedreadings. Dabei wird der Leser:in vermittelt, wie sie möglichst viele Worte pro Minute lesen kann, ohne dass das Verständnis verloren geht. Meist wird bei diesen Schnell-Lese-Kursen jedoch ein wichtiger Aspekt des Lesens ausgelassen, den Adler & van Doren in ihrem Klassiker „How to read a book“ (dt.: Wie man ein Buch liest) erörtern. Zum Einen muss jeder Text mit individueller Geschwindigkeit gelesen werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Klassifizierung von Büchern und Texten in verschiedene Genres. Erst damit erhält die Leser:in ein genaues Bild über die Leseanforderung und kann ihre Lesegeschwindigkeit entsprechend anpassen. Außerdem wird in besagten Kursen meist nur die Erhöhung der Lesegeschwindigkeit trainiert und gelehrt; dabei bleibt eine Vermittlung von langsameren Lesegeschwindigkeiten meist aus. Diese ist elementar wichtig, für das Durcharbeiten und Verstehen schwieriger Texte.

Da schnelles Lesen für einige Texte sehr hilfreich sein kann, sollten die Lesenden einen Schnell-Lese-Kurs durchaus in Betracht ziehen; am Besten jedoch einen, der unterschiedliche Lesegeschwindigkeiten trainiert, um das große Leseziel zu erreichen: Mehr verstehen und besser verstehen.

2 von 3 Bücher ungelesen weglegen

Diese Idee klingt kontraintuitiv. Wie sollte das Weglegen von Büchern uns zu Viel-Lesern machen?

Wenn wir Bücher beginnen, dann sehen wir uns manchmal fast gezwungen, diese auch auszulesen. Das trägt der, oft richtigen, Annahme Rechnung, dass wir beenden sollten was wir angefangen haben. Nun ist es aber so, dass uns viele Bücher schlichtweg langweilen. Die Ideen oder das Thema, welches wir zuvor als so nützlich erwogen hatten, bringt uns nur wenig Ertrag. Dann ist es Zeit, das Buch einfach wegzulegen. Auch wenn das sehr schwierig sein kann, es ist der beste Weg. Einfach zuklappen und ein neues Buch anfangen.

Anzahl ungelesener Bücher reduzieren

Um die Häufigkeit dieser Praxis zu verringern, kann die Leser:in sich einen Überblick vor dem eigentlichen Lesen verschaffen. Dabei kann das „prüfende Lesen“, welches Adler & van Doren als die zweite Lesestufe bezeichnen, helfen.

„Wir möchten aber schon einmal darauf hinweisen, dass die meisten Leser:innen, selbst die guten Leser:innen, sich des Wertes des prüfenden Lesens nicht bewusst sind. Sie stürzen sich in den Text und ackern das Buch dann Seite für Seite durch, ohne auch nur das Inhaltsverzeichnis eines Blickes gewürdigt zu haben. Die allgemeinen Informationen die ein Inhaltsverzeichnis vorab liefert, müssen sie sich während ihrer Lektüre, während sie sich auf das Textverständnis konzentrieren, zusammenreimen. Das erschwert ihre Aufgabe.“

Genauer empfehlen Adler & van Doren die vorhergehende Lektüre folgender Teile:

  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • Klappentext
  • Register
  • Überblick über mögliche, zentrale Kapitel
  • beim Durchblättern mal einen, mal zwei oder drei Abschnitte, auf der Suche nach Hauptgedanken, lesen

Gerade die „Einfach-zuklappen-und-weglegen“-Strategie hat mein Lesepensum in den letzten Tagen enorm erhöht. Außerdem experimentiere ich mit Formen des Schnell-Lesens, indem ich zeitweise mit dem Finger über die Zeilen fahre.

Davon vorher das Inhaltsverzeichnis oder den Buchrücken zu lesen, habe ich schon oft gehört. Deswegen werde ich die nächsten Wochen mit dem „prüfenden Lesen“ von Adler & van Doren experimentieren, um damit mehr zu lesen, aber vor Allem um mehr und besser zu verstehen.

 

 

 

 

 

 

Warum ich meditiere

Ein Überblick

Die Meditation ist seit längerem eine viel diskutierte Praxis.

Dabei kann man zwischen verschiedenen Formen unterscheiden. Zum Einen gibt es die Metta-Meditation oder auch Liebende-Güte-Meditation. Diese Praxis wurde über Jahrhunderte entwickelt und hat das Ziel, tief empfundene positive Gefühle hervorzurufen.

Die Praxis, der ich mich zur Zeit zuwende, heißt Achtsamkeitsmeditation. Barbara Fredrickson schildert in ihrem Buch „Die Macht der guten Gefühle“ was dabei genau passiert.

„Achtsamer zu werden bedeutet also, Ihren inneren Erfahrungen volle Aufmerksamkeit zu schenken, ohne sie zu beurteilen. Sie treten im Geiste einen Schritt von Ihrem Gedankenstrom und Ihren Empfindungen zurück, um eine weitere Perspektive in Bezug auf Ihre Gedanken zu erlangen. Durch Übung lernen Sie, den Inhalt ihres Geistes ruhig zu beobachten, ohne emotional zu reagieren. Sie lernen, einen Gedanken einfach nur als Gedanken zu akzeptieren. Es ist lediglich eine Erscheinung in Ihrem Geist, die auftaucht, Form annimmt und vorübergeht – ebenso wie sich unter den Wolken am Himmel ein bestimmtes Muster bildet, um sich alsbald wieder aufzulösen.

Eine kurze Meditationsanleitung

Das Prinzip der Achtsamkeitsmeditation ist einfach, wohingegen das Bemerken positiver Effekte etwas Geduld erfordert.

Zuerst entscheidet man sich für einen Sitz. Die einzige Bedingung ist ein gerader Rücken, wobei vom Liegen eher abgeraten wird, weil man sonst schnell abschweifen könnte. Ich meditiere gerne auf einem Stuhl – wobei auch ein Meditationsbänkchen oder ein Kissen geeignet sind.

Zu Beginn stellt man einen Timer auf 5 Minuten. Die Hände liegen entspannt auf den Oberschenkeln. Nun kann mit tiefer (hörbarer) Einatmung durch die Nase und Ausatmung durch den Mund begonnen werden. Nach einigen Atemzügen werden die Augen geschlossen.

Dann fängt man an, die Schwere und Kontaktpunkte des Körpers zu bemerken. Hierfür kann man sich wieder einige Momente Zeit nehmen. Im nächsten Schritt wird der Körper vom höchsten Punkt des Kopfes, in gleichmäßiger Geschwindigkeit, bis hin zu den Zehenspitzen gescannt. Dabei bemerkt man lediglich die Empfindungen und scannt gleichmäßig weiter.

Nach dem sogenannten „Body-Scan“ wendet man sich wieder der Atmung zu. Zuerst bemerkt man die Empfindungen und Bewegungen beim Ein- und Ausatmen: Wo spürt man den Atem? Wo vernimmt man die Bewegung der Lunge? Während man den Atemzügen weiter folgt, fängt man an, diese zu zählen. Von 1 bei der Einatmung, bin hin zu 10. Und dann wieder von vorne.

Dabei wird es passieren, dass die Gedanken abschweifen. Der Fokus auf die Atmung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren gehen. Das passiert und ist ganz normal. Auch wenn die Gedanken mal für einige Sekunden um etwas ganz anderes kreisen, kehrt man nachsichtig zur Atmung zurück.

Welche App kann helfen?

Ich verwende seit über einem Jahr „Headspace“ und bin sehr zufrieden.

Die deutschen Anleitungen sind sehr gut übersetzt. Am häufigsten nutze ich die Tagesmeditation (die jeden Tag eine neue, kurze Einführung bietet). Auch die Kurse zu verschiedenen Emotionen sind schön gestaltet und behandeln zudem noch andere Formen der Meditation, wie z.B Visualisierungen.


 

Ein Loblied über die Natur

Das Bild entstand bei einer Wanderung an den Externsteinen. 

Wie viel Freude es bereitet, in der Natur zu toben. Die Welt und die Gedanken werden leichter und wir wollen spielen.

Der Geist atmet auf, während die Gedanken sich zurücklehnen. Unsere Herzen öffnen sich, dem kostenlosen Geschenk der Natur. Wir tanken neue Kraft und festigen alte Freundschaften. Ihr Schönheit wirkt belebend. Und ihre unaufdringliche Art ist ein Loblied an die Einfachheit. Mit ihren leuchtenden Farben und mystischen Waldtieren.

Ich liebe die Natur, weil sie uns alle näher zusammen bringt. Alle dürfen an ihrer Erhabenheit teilhaben. Sei es der Läufer der den weichen Waldboden schätzt oder der Schwimmer, im malerischen Bergsee.

Gedanken zur Freundschaft

Die Zeit mit Freund:innen, ist für mich ein Geschenk.

Sei es, bei einfachen Gesprächen, einem Spiel oder gutem Essen, all das bereitet zu Zweit mehr Freude.

Dabei sind gute Freund:innen der Nährboden, für vieles Schönes. Sie erweitern unser Denken, mit ihren Geschichten und Ideen. Während ihrer Anwesenheit fühlen wir uns wohl und in guter Gesellschaft.

Gleichwohl die Freundschaft auch einer Suche, nämlich der, nach Gemeinsamkeiten gleicht. Mal finden wir sie in den Künsten, mal im Essen oder in Gesprächen über die Familie. Diesen gemeinsamen Platz beanspruchen Freund:innen für sich und erfreuen sich gemeinsam an ihm.

Auch wenn diese Zeit selten aus Arbeit besteht (obwohl das Vorkommen mag), ist sie meist lohnenswert. Sie befruchtet, ja sie nährt uns, wie eine liebe Mutter.

Deswegen ist die Freundschaft für den Menschen so unerlässlich, wie die Erde für die Pflanze. Sicher kann sie einige Tage im bloßen Wasser oder an der Luft überleben. Je nach Wesen sogar einige Wochen oder Monate. Aber länger wäre es wohl kaum förderlich und ich behaupte, es wäre sogar schädlich.

Zumindest darf sich der Mensch glücklich schätzen, der um die guten Freund:innen an seiner Seite weiß.

Warum ich blogge

Zur Zeit teile ich jeden Tag einen Beitrag (Meine 30 Tage Schreib-Challenge). Natürlich ist das anstrengend, aber es lohnt sich. Gerade weil der Blog & mein Lese-Archiv wachsen und somit zu einer eigenen kleinen Welt werden.

Obwohl ich mir selbst Beschränkungen auferlege (z.B. jeden Tag veröffentlichen, verständliche Wörter, Bindewörter), bietet dieser Blog mir viel Freiheit. Sobald mir eine Idee kommt, kann ich diese mit der Welt teilen. Durch das aufschreiben mache ich die Gedanken sichtbar und lerne mich selbst besser kennen. Oder anders:

„Ich startete meinen Blog nicht, weil ich etwas zu sagen hatte, sondern um herauszufinden, was ich zu sagen habe.“ (Austin Kleon, Show your work oder hier)

So ergeben sich nach und nach Verknüpfungspunkte und Themen und irgendwann zeichnet sich eine klare Richtung ab.


 

Der Wert von Tagebüchern & Biographien

Bei Thoreaus‘ Tagebucheinträgen in „Walden“, war ich erstaunt, wie angenehm diese zu lesen sind.

Seine unverfälschten Gedanken und Eindrücke sind ein Geschenk.

Dabei teile ich längst nicht alle Ansichten und doch stellt sich beim Lesen ein Gefühl der Verbundenheit ein.

Dazu kommt Thoreaus‘ Humor:

„An den Pyramiden ist nichts so erstaunlich, als dass sich so viele Menschen hergaben, ein Grabmal für einen ehrgeizigen Hanswurst zu errichten.“ – Thoreau, Walden, S.55

Zugegeben: Schon etwas zynisch. Und trotzdem schafft er damit Nähe.

Aufgrund dieser sichtbaren Gedanken und der Verbundenheit mit der Autor:in, finde ich Tagebücher und Biographien so wertvoll.

Die sichtbaren Gedanken

Mit dem Schreiben bahnen wir uns einen Weg durch den dichten Urwald der Gedanken.

Während wir uns durch das enge Geäst von Vorurteilen und unreflektierten Meinungen schlagen, sehen wir nach und nach klarer.

Nur an sich selbst kann man diese Gedanken wahrnehmen und bei genauer Dokumentation sichtbar machen.

„Ich würde niemals so viel von mir selbst reden, gäbe es irgendeinen Menschen, der mir ebenso gut bekannt wäre.“ – Henry D. Thoreau

Während des Schreibens versuche ich Muster zu erkennen, die sich durch die einzelnen Teil-Ideen hindurchziehen.

Welche Stellen des Gedanken-Waldes zeigen sich? Wo führt der Weg hin?

Gerade die zweite Frage bleibt, bis ich den Beitrag abschicke, ungeklärt.

Wobei genau das für mich den Reiz ausmacht:

Diese ziellose Erkundungsreise durch den eigenen Kopf, die immer stattfindet, aber erst durch das Schreiben sichtbar wird.


 

Expertise bringt Intuition

Meine 30 Tage „Practice-Suck Less“ – Challenge (von Austin Kleon) zur Zeit: Ich will meine Schreib-Kenntnisse verbessern, um irgendwann (ich bin sicher es wird noch lange dauern, wenn man der 10.000h-Regel glauben schenkt) intuitiver schreiben zu können.

In „Schnelles Denken, langsames Denken“ dem Klassiker von Daniel Kahneman fiel mir gleich zu Beginn ein interessantes Zitat auf. Nach der Untersuchung von Schachgroßmeistern stellte Herbert Simon im Bezug auf ihr Entscheidungsverhalten fest:

„Die Situation liefert einen Hinweisreiz; dieser Hinweisreiz gibt dem Experten Zugang zu Informationen, die im Gedächtnis gespeichert sind, und diese Informationen geben ihm die Antwort. Intuition ist nicht mehr und nicht weniger als Wiedererkennen.

Ich verbinde intuitives Handeln oft mit Bewegungen im Handball. Die Zeit zur Entscheidungsfindung war knapp und es ging darum, möglichst schnell, bekannte Muster zu erkennen. Das heißt: Wie steht die Abwehr und welche Position nehme ich gerade ein? Habe ich diese Situation schon mal erlebt? Wenn ja, welche Bewegung führte dort zum Erfolg? Dabei ist eine schnelle (& richtige) Entscheidung (die bei geübten SpielerInnen intuitiv abläuft) essentiell für den erfolgreichen Abschluss.

Das formuliert Kahneman so:

„Zu richtigen Intuitionen kommt es dann, wenn Experten gelernt haben, vertraute Elemente in einer neuen Situation wiederzuerkennen und in einer Weise zu handeln, die ihr angemessen ist.“

Die Schwierigkeit besteht darin, erst einmal eine ExpertIn zu werden. Dabei sprechen einige ForscherInnen von der 10.000h Regel. Also 10.000h Übung, die man benötigt, um eine ExpertIn zu werden.

Dies kann gerade im Sport bezweifelt werden. Hier machen die Trainingsstunden, laut einer Metastudie, nur 20% der sportlichen Leistung aus. Grund zur Hoffnung also, dass jeder von uns in einem Bereich ExpertIn werden kann.

Ich glaube nämlich, dass das intuitive Handeln durch Expertise, sehr zufriedenstellend ist.

Das Gehirn strebt nach Struktur und dem Erkennen von Mustern. Wenn wir intuitiv handeln, also bekannte Sachverhalte wiedererkennen, dann handeln wir gemäß der Natur unseres Gehirns oder wie Vera Birkenbihl es formulierte: „gehirn-gerecht“.

Die Wichtigkeit von Beschränkungen

Hier erklärt Bootsy Collins seine Standard Funk Formel:

Ich habe vorher schon gehört, dass Beschränkungen zu größerer Kreativität führen können.

Dieses Thema, im Bezug auf Produktivität, kommt auch in einem der Parkinsonsche’n Gesetze vor:

„Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“

Außerdem bin ich auf ein weiteres Zitat gestoßen:

„Mache lediglich deine Arbeit.“ (übersetzt) – Seth Godin in der Tim Ferriss Show

Dabei wünschte er sich eine Abkehr vom oft verwendeten „Tu es einfach.“ („Just do it.“).

Ich glaube, zusammengenommen enthalten diese beiden Zitate viel Wahrheit.

Das Problem mit dem Zitat „Tu es einfach“ wird im Video von Bootsy Collins deutlich. Würde er es einfach tun, ginge mit der Beschränkung, auch der Kern des Funk verloren. Dieser bereitet aber gerade den Boden, auf dem die Melodie wachsen kann.

Ich will auch oft am liebsten die aufregenden, wilden Passagen spielen und muss aufpassen, dass ich dabei nicht den Grundton vergesse.

Dabei wirkt es machbar: „Bleibe auf der 1.“ und „Mache lediglich deine Arbeit.“

Sommerbücher & Statusbücher

In seinem Buch „Anleitung zum Alleinsein“ schreibt Jonathan Franzen im Essay „Mr. Schwierig“ von schwierigen und leicht verständlichen Büchern.

Der Anlass war eine LeserIn, die die umständliche Wortwahl kritisierte. Sie fragte ihn, für wen er eigentlich schreibe und karikierte Franzen’s Publikum so:

„[…] die Elite von New York, die Elite, die schön, dünn, magersüchtig, neurotisch und überfeinert ist, die nicht raucht, alle drei Jahre eine Abtreibung hat, alles desinfiziert, in Lofts oder Penthäusern wohnt – die überlegene Spezies der Menschheit eben, die Harper’s und den New Yorker liest.“

Damit drückte sie ihm und seinem Publikum einen Stempel auf. Lesende die nur lesen, um sich hervorzutun. Solche, die gar nicht am Vergnügen des Lesens interessiert sind.

Aber wer liest ein Buch nur, um sich damit zu profilieren?

Wenn ich mich durch ein wirklich dickes, schwieriges Buch (Statusbücher) „kämpfe“, dann nur, weil es sich für mich lohnt. Die komplexen Gedanken und die Tiefe der Charaktere berühren und verändern mich.

Genauso gut sind kurze, leicht verständliche Bücher (Sommerbücher). Mit ihnen gehe ich auf Reisen, wie in „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ oder blicke in einen Ausschnitt der Gesellschaft, wie in „Die kalte Schulter“ von Markus Werner.

Passend zum niedrigeren Anspruch der „Sommerbücher“ schrieb Mark Twain einmal folgende Warnung:

„Wer versucht, in dieser Erzählung ein Motiv zu finden, wird gerichtlich belangt; wer versucht, eine Moral darin zu finden, wird des Landes verwiesen; wer versucht, eine Handlung darin zu finden, wird erschossen.“

Welche Bücher wir lesen und für gut befinden, ist so subjektiv, wie die Form & Farbe unserer Kleidung.

Wie wird man ein Anfänger?

Was ist der Anfänger-Geist?

Im Zen-Buddhismus gibt es den Begriff „Anfänger-Geist“.

Diesen Geisteszustand erleben wir, wenn wir etwas zum ersten Mal tun. Dabei nehmen wir alles ganz bewusst wahr. Nun liegt der Vorteil des Anfänger-Geistes aber gerade darin, uns bei gewohnten Tätigkeiten in diesen Zustand zu versetzen. Dadurch können wir Stagnationen überwinden, schneller dazulernen und glücklicher werden.

Ein Beispiel: Anfänger-Geist im Sport

Ich kenne das gerade aus dem Sport. Beim Erlernen einer neuen Technik oder Sportart, wir mir jede Bewegung ganz bewusst. Als ich das erste Mal Tennis gespielt habe, waren die Eindrücke in etwa so: Der Schläger war lang und schwer. Der Griff fühlte sich sehr viel breiter an und war anders zu greifen, als der eines Tischtennisschlägers. Beim Auftreffen des Balles spürte man den Aufprall im starren Handgelenk, bis hoch in die Schulter. Zudem funktionierte das Durchschwingen des Schlägers ganz ähnlich wie beim Tischtennis. Dabei laufen im Gehirn viele Verarbeitungsprozesse ab. Es vergleicht, ordnet und lernt dazu.

Nun ist es bei neuen Tätigkeiten sehr leicht in den Zustand des Anfänger-Geistes zu gelangen. Dafür ist es bei Routinen sehr viel schwieriger. Was kann man also machen, um alle Tätigkeiten wie ein Anfänger anzugehen?

Die Voraussetzungen

Eine wichtige Voraussetzung ist Demut. Dabei kann es helfen, sich bewusst zu machen, dass man bei allem was man macht, ein Anfänger ist. Viele Menschen werden die Dinge, die sie jetzt tun, auch noch in 30 Jahren machen – sie stehen als noch ganz am Anfang – und sind damit per Definition Anfänger.

Eine zweite Voraussetzung ist Offenheit. Damit meine ich, die Bereitschaft, alles nochmal ganz bewusst zu erleben. Dabei werden oft Dinge sichtbar, die man schon 100-mal durchlebt hat – oft macht man aber auch ganz neue Erfahrungen. Und das nur, weil man offen gegenüber der Tätigkeit war.

Darüber hinaus ist das Zurückstellen des eigenen Egos eine entscheidende Voraussetzung. Wenn man jetzt von Gedanken wie „Ich hab XY erreicht, ich kann doch schon alles“ überzeugt ist, verhindert man damit die Offenheit für Neues und damit Neugierde. Darüber hinaus führt ein zu großes Ego zur Stagnation und nimmt die Freude an der Tätigkeit.

Der Nutzen

Zum Schluss nochmal kurz der mögliche Nutzen des Anfänger-Geistes:

Er macht uns offener und neugieriger. Damit lassen sich neue Einsichten und Fähigkeiten entwickeln. Außerdem lebt man bewusster, achtsamer und empfindet mehr Freude, bei dem was man tut.


 

Die Macht der guten Gefühle

Der wissenschaftliche Zweig der positiven Psychologie

Gefühle sind ein sehr persönliches Thema. Trotzdem ist es wichtig, dass über sie gesprochen wird, weil gerade positive Gefühle maßgeblich zu einem erfüllten Leben beitragen.

„Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine positive Einstellung nicht einfach nur Erfolg und Gesundheit signalisiert, sondern dass sie sie auch verursacht.“

Das sagt Barbara L. Fredrickson in „Die Macht der guten Gefühle“. Sie ist eine der renommiertesten WissenschaftlerInnen im Bereich der positiven Psychologie. Dieser Zweig der Psychologie entwickelte sich im Bestreben, mehr über die Ursache und Wirkung von positiven Gefühlen herauszufinden.

Die ersten „GefühlsforscherInnen“ beschäftigten sich damit, negative Gefühle abzuwenden. Der recht neue Zweig der positiven Psychologie konzentriert sich nun auf Fälle, bei denen der „Gefühlsquotient“, also das Verhältnis von positiven zu negativen Gefühlen besonders hoch ist.

Die Bandbreite positiver Emotionen

Dabei werden 10 positive Basisemotionen unterschieden: Freude, Dankbarkeit, Zufriedenheit, Interesse, Hoffnung, Stolz, Vergnügen, Inspiration, Ehrfurcht und Liebe. So empfinden wir z.B. Freude in Situationen, in denen alles besser läuft als gedacht. Dabei fühlen wir uns beschwingt und besonders leicht. Interesse liegt vor, wenn wir neugierig sind und alles zu einem bestimmten Thema lernen wollen. Wir können viel fleißiger sein und können einen „Flow“-Zustand erreichen. Ehrfurcht erfahren wir, wenn wir etwas sehen, das „größer ist, als wir selbst“. Das kann zum Beispiel eine hohe, schneebedeckte Bergkette oder eine besonders uneigennützige Tat sein.

Die Auswirkungen positiver Emotionen

Die WissenschaftlerInnen der positiven Psychologie versuchen durch Experimente, die Häufigkeit und die Qualität dieser Gefühle zu messen. Dabei entwickelte Barabara L. Fredrickson die broaden (erweitern) & build (aufbauen) Theorie. Diese besagt, dass positive Emotionen unser Denken und unsere Handlungsoptionen erweitern (broaden) und positive Ressourcen in uns aufbauen (build). Letztere verhelfen uns zu mehr Kreativität und besseren Problemlösestrategien.

Wie werden positive Emotionen untersucht?

Danach versuchte Fredrickson mit ihren KollegInnen diese Theorie zu widerlegen. Dabei sollten Versuchspersonen beispielsweise in unterschiedliche Gemütslagen eine Liste von Dingen anfertigen, die sie gerne in der nächsten halben Stunde durchführen wollten. Dabei war die Voraussetzung, dass sie diese Zeit komplett zur freien Verfügen hatten. Die TeilnehmerInnen die in einem neutralen oder negativen Gemütszustand waren erstellten deutlich kürzere Listen, als die TeilnehmerInnen die vorher positive Emotionen erfuhren. Dies war eine Studie, die den broaden (erweitern) – Teil der Theorie untermauerte.

Eine weitere Studie wurde zum Thema positive Emotionen und Resilienz durchgeführt. Dabei wurden VersuchsteilnehmerInnen mit der Aufgabe konfrontiert einen Vortrag vorzubereiten und diesen vor einer Gruppe vorzutragen. Später wurde deutlich, dass die meisten TeilnehmerInnen dabei Angst empfanden. Nun wurde die Aufgabe, aber zufällig bei einigen Versuchspersonen vorzeitig abgebrochen. Danach maß man den Puls der TeilnehmerInnen. Dabei zeigte sich, dass der Puls von Personen, die grundsätzlich eine positivere Einstellung hatten, schneller wieder sank. Bei genauerem Hinsehen, erkannten die WissenschaftlerInnen, dass die positiven Emotionen die negativen Emotionen regelrecht verdrängten. Diese TeilnehmerInnen waren also resilienter.

Mit solchen Experimenten untermauerten die WissenschaftlerInnen um Fredrickson auch den build (aufbauen) – Teil der Theorie. Sie konnten zeigen, dass eine positive Einstellung die Ressourcen bereitstellt, die wir in schwierigen Episoden benötigen und dass positive Emotionen das Fundament der Resilienz bilden.

Ein praktischer Ansatz für mehr positive Emotionen

Aber wie erreicht man jetzt dauerhaft einen größeren positiven Quotienten?

Dabei untersuchten die ForscherInnen den Effekt einer 8-wöchigen Meditationspraxis. Diese zeigte im hohen Maß positive Auswirkungen auf den Quotienten der TeilnehmerInnen. Dies führte Fredrickson auf zwei Punkte zurück. Zum Einen verhalf die Meditation den Versuchspersonen zu mehr positiven Gefühlen. Sie genossen die Ruhe und Besinnung auf sich selbst. Zum Anderen wirken sich Rituale positiv auf das Gehirn aus. Das hat schon Konfuzius erkannt. Rituale geben uns eine Struktur und Ordnung, die unser Gehirn liebt. Sei es eine Meditation, regelmäßige Spaziergänge oder das morgendliche Kaffeeritual.

Mit „gesunden“ Ritualen können wir unseren positiven Quotienten auf einfache Weise steigern, unser Denken erweitern und wichtige Ressourcen aufbauen.

Dem Beitrag liegt das Buch: „Die Macht der guten Gefühle“ von Barbara L. Fredrickson zu Grunde.

Kreatives schaffen

Wer etwas schreiben, fotografieren oder malen will, wird von anderen Werken beeinflusst.

Dabei prägt das, was wir lesen, unsere Ideen.

Austin Kleon sagt dazu:

If you want to be a writer, you have to be a reader first.

Unser Schreiben formt unsere Ideen und unsere Ideen formen unser Denken. Deswegen ist es so wichtig, was und wie viel wir konsumieren.

Zig Ziglar fasste es so zusammen:

„Your input determines your outlook. Your outlook determines your output, and your output determines your future.”

Jetzt liegt es an uns, wie wir unseren „Input“ gestalten.

Zwei Faktoren der Input- / Output-Formel sind dabei grundsätzlich zu unterscheiden: Die Qualität („Ist das Buch interessant? Kann ich etwas davon stehlen?“) und die Quantität („Wie lange will ich lesen und wie lange schreiben?“).

Dabei hängen die beiden Punkte  mit Sicherheit auch zusammen. Ein gemeinsames Element der Quantität und der Qualität ist die Spaßkonstante „f“ (geklaut von Ali Abdaal‘s Productivity Equation). Sie ist mit der Qualität („Wie gerne lese ich dieses Buch?“ / „Wie gerne schreibe ich über dieses Thema?“) verknüpft und hat bedeutenden Einfluss auf die Lese- und Schreibzeit. (Beim Schreiben dieses Absatzes ist „f“ bei mir sehr groß, wodurch die Zeit an mir vorbei fliegt.)

Um es kurz so fassen: Wenn man mag was man konsumiert, wird man mögen, was man schafft.

Checklisten sind großartig

In seinem Buch „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ (engl.: Getting things done) erklärt David Allen sein selbst entwickeltes Produktivitäts-System.

Am Ende des erste Teils betont er, dass Checklisten einen erheblichen Anteil zur eigenen Produktivität beitragen können. Er meint, man solle sie verwenden, wann immer sie hilfreich sein könnten.

Also habe ich mir, für eine bald anstehende, umfangreiche Klausur eine Checkliste geschrieben.

Dabei ist für mich die Mischung aus einfachen graphischen Elementen und etwas Text, eine gute Möglichkeit komplexere Projekte zu strukturieren. Dazu habe ich eine gute Übersicht, was noch alles ansteht. Zudem macht es Spaß die Boxen abzuhaken (vielleicht mit einem Rotstift) und man sieht richtig, wie man im jeweiligen Projekt weiterkommt.

Außerdem lassen sich mit Checklisten auch neue Gewohnheiten erlernen (oder schlechte verlernen). Es ist ein gutes Gefühl, jeden Tag eine Box abzuhaken und das veränderte Verhalten kann eine große Wirkung haben. Dr. Benjamin Hardy bringt es so auf den Punkt:

Given that your identity is fluid and malleable, you have an amazing opportunity to redefine who you are. All you have to do is consistently and boldly reshape your behavior.

Eine schöne Möglichkeit mit Hilfe von Checklisten etwas (Neues) zu lernen gibt’s hier: „Practice and Suck Less“ von Austin Kleon.

Zuhören und pausieren

Gestern bin ich in einer Folge der Tim Ferris Show auf das Bild „The Listener“ von James C. Christensen gestoßen. Dabei kamen mir zwei Fragen in den Sinn, die mich schon länger beschäftigen:

Wie wichtig sind kleine Informationspausen? Und haben wir verlernt zuzuhören?

Marie de Rabutin-Chantal sagte dazu:

Die Tatsache, daß die Menschen mit zwei Augen und zwei Ohren, aber nur mit einem Mund geboren werden, läßt darauf schließen, daß sie zweimal soviel sehen und hören als reden sollten.

Sie lebte von 1626-1696. Aber ist es heute, aufgrund der Menge an Informationen, nicht viel schwieriger geworden zuzuhören?

Ich glaube, das Gehirn passt sich an (fast) alles an. Auch Marie de Rabutin-Chantal wurden die Informationen bestimmt manchmal zu viel. Gerade dann ist es essentiell und liegt in unserer eigenen Hand, wie in „The Listener“, die Augen zu schließen und sich „selbst zuzuhören“.

Diese Rückbesinnung auf uns selbst, macht uns dann, wenn es darauf ankommt, zu besseren ZuhörerInnen.