Max's Blog

Originalität ist ein Mythos

Woher kommen neue Ideen?

In seinem Buch „Alles nur geklaut“ (engl.: Steal like an artist) macht Austin Kleon klar, dass es keine neuen Ideen gibt. Alles „Neue“ / „Innovative“ ist ein Mix aus verschiedenen Einflüssen. Als Beispiel nennt er ein Zitat von David Bowie:„The only art i‘ll ever study, is stuff that i can steal from.“

Das kann im ersten Moment deprimierend sein. Wo bleibt dann der Platz für Individualität und Erfindergeist, wenn nichts wirklich neu ist? Oder angenommen, „alles ist ein Remix“, wie Dave Perell es formuliert, welche Konsequenzen hätte das für unsere Ideen? Ich finde, Austin Kleon bringt die Antwort schön auf den Punkt:

„Wenn wir uns von der Last befreien, etwas vollkommen Neues zu kreieren, dann können wir damit aufhören, etwas aus dem Nichts heraus erschaffen zu wollen und endlich das annehmen, was uns beeinflusst, anstatt davor wegzurennen.“

Der Erfindergeist besteht also nicht darin, etwas wirklich Originelles zu kreieren. Aber worin besteht er dann?

Input + Persönlichkeit = Output

Eine Antwort findet sich im Buch „ReWork“. Dort heißt es: „Die Konkurrenz kann das, was von mir in mein Produkt einfließt, nie kopieren.“ Die wirklich einzigartige Komponente einer Idee, ist also die einzigartige Persönlichkeit des (Ideen-)Trägers.

Das ist für mich der hoffnungsvolle Teil – wenn alle Ideen nur ein Remix aus verschiedenen Ideen und der eigenen Persönlichkeit sind, dann sind sowohl die Ideen als auch die eigene Persönlichkeit entscheidend, da sie eine einzigartige Sicht auf die Dinge ermöglichen.

Wie kommt man an „klauenswerte“ Ideen?

Einen wirklich praktisch umsetzbaren Ansatz gibt Kleon mit dem „Ideenstammbaum“. Er schlägt vor sich eine Person zu suchen, von der man die Arbeit wirklich schätzt. Und dann alles von ihr zu lernen.

Das unterstreicht er mit einem Zitat von Jay-Z: „We were kids without fathers, so we found our fathers on wax and on the streets and in history, and in a way, that was a gift. We got to pick and choose the ancestors who would inspire the world we were going to make for ourselves.” (aus: Decoded)

Der nächste Schritt liegt dann laut Kleon darin herauszufinden, wer die Vorbilder dieses Idols waren. So kann man den Ideenstammbaum weiter wachsen lassen, während sich die eigene Persönlichkeit mit den Ideen der Vorbilder vermischt. So entstehen „neue”, eigene Ideen. Miles Davis formulierte es so: „First you imitate, the you innovate.“

In mehreren Blog-Beiträgen gibt er noch einen interessanten Tipp: Je unbekannter das „Diebesgut”, desto origineller werden die entstehenden Ideen. Wer also außerhalb seines Umfeldes (z.B. in der Vergangenheit) nach Vorbildern schaut, kann besondere, neue Äste wachsen lassen. 

Teile meine Beiträge:

Share on whatsapp
WhatsApp
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter